Wie kommen die schärfsten Chilis der Welt in den URFair Chili Shop?

Vor einigen Monaten haben wir die Produkte unseres neuen Partners Biogemüse Hautzinger (Bio Gemüse Hautzinger Facebook) ausprobiert, waren begeistert vom Familienbetrieb und der Qualität der Produkte. Für uns war klar, wir wollen mit diesem österreichischen Bio-Bauern zusammenarbeiten und deswegen unseren Onlineshop auch zum Chili Shop machen.

Chili Shop Biogemüse Hautzinger Gewächshaus

URFair Chili Shop: Biogemüse Hautzinger Gewächshaus

Ich habe diesen Artikel geschrieben und zusammengefasst wie die Chili überhaupt nach Europa kam, wie sie dir ganz schön einheizen kann, was du dagegen machen kannst, wie sie eventuell auch dein Liebesleben noch feuriger machen kann und vieles mehr. Viel Spaß beim Lesen!

Die Chili erobert die Welt

Von Mexico bis in den Chili Shop!

Wilde Chilis wurden schon etwa 8000 v. Chr. in Mexiko von Ureinwohnern gepflückt und etwa 3500 v.Chr. auch selbst angebaut. Diese scharfe Frucht wurde damals wie heute hauptsächlich verwendet um Speisen zu würzen. Erst durch Christoph Kolumbus hat es der „Chilipfeffer“ 1492 nach Europa geschafft. Kolumbus, der ja dachte er sei in Indien und verzweifelt nach schwarzem Pfeffer suchte, stieß allerdings nur auf rote Beeren in der Größe von Nüssen. Diese Beeren brachte er nach Europa. In seinem Bordbuch hat er das Wort “Axi” (Aji) notiert und merkte an, dass er die Chili geschmackvoller als schwarzen Pfeffer empfand. Die Chili-Planzen die Kolumbus von seinen Reisen mitbrachte wurden in Europa schnell als “Spanischer Pfeffer” bekannt.

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Christoph Kolumbus bringt Chilis nach Europa

Über 4000 Chili Sorten weltweit

Die tausenden Chilisorten die rund um die Welt verbreitet sind, lassen sich in fünf gezüchtete Mutter-Chilisorten einteilen. Schärfegrad, Form und geografische Herkunft unterscheiden sich hier wesentlich. Manchmal erweist sich die Bestimmung der Chili-Mutter-Sorten und der 28 Unterarten als sehr schwierig und ist nicht eindeutig möglich.
 

Hier ein kleiner Überblick über die unterschiedlichen Muttersorten und deren Merkmale:

Name MuttersorteChili Merkmale:Chilisorten
Capsicum annuum
  • Ursprung Mexiko

  • klimatisch unempfindlich

  • große Früchte

  • mild im Geschmack
  • Jalapeños

  • Cayenne Pfeffer
Capsicum baccatum
  • südamerikanischen Sorten “Aji”

  • sehr scharf

  • fingerförmig

  • wichtiger Bestandteil der südamerikanischen Küche
  • Ají amarillo

  • Lemon drop
Capsicum chinense
  • mitunter die schärfsten Sorten

  • sehr unterschiedliche Formen und Farben

  • mexikanische Habanero

  • jamaikanische Scotch Bonnet

  • Bhut Jolokia Chili

  • Trinidad Scorpion

  • Carolina Reaper
Capsicum frutescens
  • aus Süd und Mittelamerika

  • spitz

  • scharf

  • Tabasco Chili
Capsicum pubescens
  • Höhenchampion aus dem Andenhochland

  • sehr scharf

  • birnenförmige Frucht

  • violette Blüte

  • bekannt als Andenchili

  • Rocoto Chilli

Schärfe bestimmen mit der Scovilleskala

Wilbur Scoville, ein Pharmakologe aus den USA, entwickelte 1912 ein Testverfahren zur Feststellung der Schärfe von Chili. Zu Beginn wurde der Schärfegrad subjektiv ermittelt, heute wird der Scoville Wert über ein wissenschaftliches Messtechnikverfahren bestimmt. Der Wert hängt vom Capsaicin-Anteil in der getrockneten Frucht ab. Capsaicin ist ein Alkaloid und reizt die Schleimhäute, die dann ein Schärfeempfinden hervorrufen.
 
Die Schärfe wird von Scoville-Grad 0 (Paprika) bis zu 16.000.000 Scoville (reines Capsaicin) gemessen.
 

Die Scovilleskala

Chili Schärfegrad in ScovilleBeispiel
0Paprika
10Gemüsepaprika
100 - 500Peperoni
1000 - 2500Tabascosauce
2500 - 5000Jalapeño-Chili
50.000 - 100.000Thai Chili, Piri-piri
100.000 – 350.000
Habaneros, frei erhältlicher Pfefferspray
500.000 - 600.000
Habanero Red Savina Chili
1.000.000
Bhut Jolokia-Chili
1.400.000
Trinidad Scorpion Chili
2.200.000
Carolina Reaper - die schärfste Chili der Welt
16.000.000Reines Capsaicin Pulver
 
Die schärfste Chili der Welt, „Carolina Reaper“, mit bis zu 2.200.000 Scoville und weitere Anheizer findest du natürlich bei uns im Chili Shop
 
Chiliflocken der Sorte "Carolina Reaper" vom URfair Produzenten Biogemüse Hautzinger im Glas

URFair Chili Shop: Carolina Reaper 

Ist der Genuss von Chili gesund?

In Mexiko, Indien und Thailand darf die Chili in fast keinem Gericht fehlen und man setzt seit vielen, vielen tausend Jahren auf die positive Wirkung der Chili auf den Körper. Viele Studien belegen, dass der in der Chili enthaltene Wirkstoff Capsacin schmerzlindernd, entzündungshemmend, antioxidativ wirkt, die Verdauung anregt und außerdem wie eine Klimaanlage wirkt. Die regelmäßige Zufuhr von Chili soll die Abwehrkräfte stärken, Herz und Kreislauf in Schwung bringen und die Stimmung steigern. Die Inkas mischten die Chilis gern mit Kakao, Vanille und Tomaten und schwörten auf die aphrodisierende Wirkung. Sehr verständlich, dass der Scharfmacher die Welt im Sturm eroberte. Wir sind keine Ärzte und geben hier natürlich auch keine Gesundheitsempfehlungen ab, deshalb überzeuge dich am Besten selbst. 
 

Ernährungsfakten

1 Esslöffel (15 Gramm) rohe, frische Chili enthält etwa:

  • Kalorien: 6
  • Wasser: 88%
  • Protein: 0.3 Gramm
  • Kohlehydrate: 1.3 Gramm
  • Zucker: 0.8 Gramm
  • Ballaststoffe: 0.2 Gramm
  • Fett: 0.1 Gramm

Vitamine und Mineralien

 

Vitamin CChilis sind reich an antioxidativen Inhaltsstoffen.
Diese sind wichtig für Wundheilung und Immunsystem.
Vitamin B6B6 spielt eine Rolle im Energiemetabolismus
Vitamin K1K1 ist wichtig für die Blutgerinnung, gesunde Knochen und die Nieren.
Kalium Hat verschiedenste Funktionen und kann sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken.
KupferSorgt für gesunde Knochen und Neuronen.
Vitamin AVitamin A spielt eine wichtige Rolle für unser Sehvermögen und unser Immunsystem.

 

Kochen mit Chili

Lagern solltest du die Chili am Besten trocken, kühl, luftdicht und vor Licht geschützt. Wenn du dich daran hältst, behält sie ihr Aroma bis zu zwölf Monate.
 
Chili eignen sich sowohl für kalte als auch warme Gerichte, können mitgekocht oder als Streugewürz verwendet werden.
Bei warmen Gerichten sollte man das Gewürz erst 10-15 Minuten vor Ende der Garzeit hinzufügen. Kalte Speisen, z.B.  Aufstriche, am besten mit den Fingerspitzen bestreuen, da man so das beste Gefühl hat. Auch zu Süßigkeiten wie Pralinen oder Schokoladenkuchen passen Chili-Flocken ausgezeichnet. Schokolade und Chili sind ein echtes Dreamteam.
 
Chili harmoniert mit vielen Kräutern und Gewürzen:
  • Koriander
  • Curry
  • Fenchel
  • Ingwer
  • Knoblauch
  • Majoran
  • Gourmetsalz
  • Petersilie
  • Rosmarin
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Paprika
  • Vanille
  • Zimt
  • Zitronenschale
  • etc.
In nächster Zeit werden wir sicher noch ein paar Rezeptideen hinzufügen.

Zuviel Chili Pulver, Chilisoße oder Chili Flocken? Was hilft gegen die Schärfe?

Bei den besonders scharfen Chilisorten ist es nicht immer einfach einzuschätzen, wie viel Würze das Gericht verträgt, deswegen ist Vorsicht geboten. Man braucht schon ein wenig Übung beim gekonnten Würzen mit den schärfsten Chilis der Welt. Solltest du doch einmal ein wenig zu viel erwischen vom beliebten Scharfmacher, habe ich hier ein paar Tipps zusammengefasst, wie du Capsaicin neutralisieren kannst.
 
Capsaicin ist ein Alkaloid, welches sich sehr schlecht in Wasser löst. Alkohol oder Fett hingegen löst den Inhaltsstoff sehr gut.
 
Hier drei Möglichkeiten wie man gegen die Auswirkungen von zuviel Chilis vorgehen kann:
  • Fetthaltige Getränke wie Milch, Joghurt oder Buttermilch helfen, da Capsaicin fettlöslich ist.
  • Ein Gläschen Alkohol kann den Schmerz auch lindern.
  • Ein Stück Brot essen. Das Brot wirkt zwar nicht direkt gegen das Capsaicin, allerdings schabt es den Wirkstoff zumindest ein wenig von der Zunge und den Schleimhäuten.

 

Wissen und (lustige) “Fakten” über Chilis

  • Chilis sind eine der besten Quellen für Vitamin C und haben wesentlich mehr als zum Beispiel Orangen.
  • Angeblich haben sich die Trinidad Skorpion Chilis beim Einsammeln durch die Latex-Handschuhe der Erntehelfer gebrannt.
  • Je länger die Garzeit, desto intensiver entfaltet sich die Chili. Chili am besten erst am Ende hinzufügen.
  • Inkas nutzten Chilis als Aphrodisiakum z.B. mit Kakao, Vanille und Tomaten (Liebesapfel).
  • Einige Teile von Chilis sind schärfer als andere. Das Fruchtfleisch in der Nähe der Kerne und nicht die Kerne selbst sind am schärfsten. Die höchste Konzentration an Capsaicin befindet sich in der Nähe des Stiels.
  • Der Körper reagiert auf Capsaicin mit erhöhter Durchblutung und schüttet das Glückshormon Endorphin aus. Es kann dabei zu einem euphorischen Zustand kommen, dem sogenannten „Pepper-High“.
  • Obwohl sie oft Chilischoten genannt werden, sind Chilis keine Schoten. Die Früchte der Pflanzengattung Capsicum (Paprika), zu der auch Chilis gehören, sind botanisch gesehen Beeren.
  • In vielen wärmenden Cremen und Salben ist oft Capsaicin enthalten.
  • Capsaicinoide sind nur für Säugetiere scharf, Vögel können keine Schärfe schmecken.

Ich werde in nächster Zeit in unserem Magazin noch einige Informationen rund um die Chili und andere Produkte hinzufügen. Ich hoffe du hattest Spaß beim Lesen und es war auch etwas Neues dabei für dich. Hier kannst du auch noch etwas in unserem feurigen Chili Shop stöbern.

Autor: Leo Brunnhofer, URFair-Gründer
 

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